Zukunft vom Sessellift

Die Zukunft vom Einersessel-Lift
Fragen und Antworten

Wie lange kann der Einersessel-Lift noch betrieben werden?
Seit 1967 ist der Einersessel-Lift in Alberschwende in Betrieb. Diese Seilbahn unterliegt dem Österreichischen Seilbahngesetz 2003 (Ersatz des Eisenbahngesetzes 1957). Seither wurden zahlreiche Revisionen und Erneuerungen durchgeführt. Die Einhaltung von behördlichen Sicherheitsvorschriften und die technischen Kontrollen wurden in den letzten Jahren aber immer aufwendiger. Die technischen Sicherheitsanforderungen an Sessel und Schließbügel sind in der ÖNORM EN 13796-1:2017 geregelt. Dort wird gefordert dass: „Die Schließbügel müssen so ausgelegt werden, dass der Schließvorgang über Kopf erfolgt“. Beim neuerlichen Antrag für eine Konzessionsverlängerung wurde durch die Behörde eine technische Sicherheitsbeurteilung durchgeführt und die vorhandenen Schließbügel wurden mit „Bügel von rechts holend“ als nicht mehr zulässig bewertet. Vor allem die Verriegelung (sicheres Einrasten beim Schließen und Verhindern des ungewollten Aufspringens) wurde als nicht mehr zulässig bewertet. Ein Umbau bzw. eine Nachrüstung des bestehenden Sessels mit „Überkopf-Schließbügeln“ ist wirtschaftlich nicht vertretbar. Somit muss nun mit Auslauf der Konzession am 21.01.2018 der Betrieb des Einersessellifts-Brüggelekopf eingestellt werden.

 

Gibt es nicht die Möglichkeit, dass der Lift als Nostalgiebahn weiter betrieben wird?
Entschleunigung könnte in Zukunft ein wesentliches Merkmal für Erholung sein. 15 Minuten auf dem Einersessel alleine durch schönste Natur, ruhig auf das Brüggele zu schaukeln, könnte in dieser Zeit immer mehr Attraktion finden. Aber eine Seilbahn kann nur dann betrieben werden, wenn der technische Zustand dies erlaubt. Aufgrund der ständigen Anpassungen der Sicherheitsvorschriften würden in den kommenden Jahren noch weitere Investitionen erforderlich werden ( z.b. Seilfänger und Streckenüberwachungssysteme wie dies bei neuen Bahnen verlangt wird). In weiterer Folge werden die derzeitigen Liftstützen die techn. Bewertung nicht mehr erfüllen und würden somit nicht mehr bewilligt werden.

Diese erforderlichen Ertüchtigungen von einzelnen technischen Bestandteilen nach 50 Jahren Betrieb würden kein Ende nehmen und diese Kosten könnten mit den wenigen Betriebstagen im Jahr nicht gedeckt werden.

Die Idee eines Vereins von Spendern und Gönnern, die ordentliche Geldsummen mit Herzblut in eine Nostalgiebahn investieren würden aber auch unweigerlich dazu führen dass diese alten Bestandteile laufend ausgetauscht werden müssten, und somit das besondere Altertum mehr und mehr verloren gehen würde. Die Sinnhaftigkeit ist hier also kaum zu begründen.

Wird der Einer-Sessellift gegen eine andere Seilbahn ersetzt?

Es wurde ein Projekt gestartet welches die Wirtschaftlichkeit einer neuen Seilbahn untersucht. Ein Mehrwert für die Bevölkerung sowie für den Tourismus in der Gemeinde Alberschwende muss dabei aber ausreichend hoch bewertet werden.

Bevor diese Frage also mit ‚ja‘ oder ‚nein‘ beantwortet werden kann, müssen einige Fragen geklärt werden. Einerseits bestehen im Skigebiet Alberschwende Vereinbarungen mit vielen Grundbesitzer/innen der Liftüberfahrten und der Pistenabfahrten. Den Liftbetrieben Alberschwende ist es ein Anliegen, vorerst mit allen Grundbesitzer/innen eine Lösung für die Zukunft zu finden. An dieser grundlegenden Sache wird derzeit gearbeitet.